Verbindungen durch Raum und Zeit

Śrīḥ
Śrīmathē śatakōpāya namaḥ
Śrīmathē rāmānujāya namaḥ
Śrīmath varavaramunayē namaḥ
Śrī vānāchala mahāmunayē namaḥ

Was denken Sie beim Wort Heiden? Als ich noch ein Kind war und in einer konservativ-katholischen Familie am Rande des Sauerlandes aufwuchs, dachte ich, dass Heiden in erster Linie nackt um goldene Figuren tanzen, die sie für Gott halten.

Erst viel später habe ich realisiert, dass dieses Bild uralte christliche Propaganda ist. Da war ich selbst schon Heide. Für mich heißt „Heide“ heute einfach: religiös, aber nicht in einer der drei Religionen des vorderen Orients. Ich bin nämlich Hindu. Wie es dazu kam ist eine längere Geschichte, die hier nicht von Belang ist.

Als ehemaliger Katholik fiel mir jedenfalls nach einger Zeit auf, dass vieles, was ich als Hindu kennen lernte, gar nicht wirklich neu für mich ist – ich kannte es in ähnlicher Form schon aus dem Katholizismus.

In diesem Artikel möchte ich viele solcher Parallelen zwischen Praktiken im Katholizismus und Hinduismus aufzeigen. Diese Parallelen sind, und dazu gleich mehr, für mich ein indirekter Hinweis darauf, dass die alten Religionen Mitteleuropas, aus denen die katholischen Praktiken höchstwahrscheinlich stammen, und die vedische Religion Indiens, deren moderne Form der Hinduisumus ist, eng verwandt sind.

Solche Parallelen zu analysieren ist dabei bei Leibe keine akademische Übung aus Freude am reinen Erkenntnisgewinn. Nein, Hindus mit westlichen Wurzeln wie mir hilft eine solche Analyse, die vielen kleinen Konflikte zwischen einer in einem fernen Land kultivierten Tradition und der Lebenswelt hier zu überbrücken. Für Menschen, die als Neu-Heiden zur Religion unserer Vorfahren zurück kehren wollen, bietet der Blick auf eine lebendige und hochgeradig verfeinerte Form des Heidentums Orientierung und Inspiration. Z.B. gibt es meines Wissens keine zuverlässigen Quellen dazu, wie unsere Vorfahren ihre Götterbilder konkret verehrt haben. Also, welche Opfergaben genutzt wurden, wie sie angeboten wurden, was dazu gesagt oder gesungen wurde usw. In jedem der Hauptzweige des Hinduismus ist dies bis in die feinsten Details ausgearbeitet, hier gibt es also mehr als Genug Vorlagen, an denen man sich orientieren kann.

Doch zurück zum Thema. Wie kamen heidnische Elemente ins Christentum?

Christianisierung

Es mag so manchen überraschen, aber Nord- und Mitteldeutschland sind – gemessen an den Zeitskalen indischer Geschichte – noch nicht besonders lange christlich, und freiwillig sind die Menschen hier auch nicht Christen geworden. Die Christianisierung Deutschlands wurde maßgeblich von Karl dem Großen voran getrieben und ihm war Gewalt als Mittel dazu recht und billig. 

Gewalt und Zwang zum Christsein führten natürlich nicht dazu, dass die Menschen besonders fromm wurden, sondern dazu, dass sie ihren alten Glauben einfach heimlich lebten. Aus diesem Grund, so scheint es, wurden die alten Kultstätten gründlich zerstört und mit Kirchen überbaut, sowie im Laufe der Zeit viele Elemente aus der alten, heidischen Religion in das christliche Brauchtum übernommen.

Die Lutheraner haben diese heidnischen Elemente später als solche identifiziert und entfernt. Im Katholizismus, so wurde die alte Variante des Christentums später genannt, wurden diese Elemente aber bis heute überliefert und sind mir in meiner katholischen Jugend in großer Zahl begegnet. Die Gleichung lautet also

Katholizismus – lutheranisches Christentum = heidnische Elemente, die wir oft auch im Hinduismus finden.

Wenn ich im Folgenden Hinduismus schriebe, mag der Leser Buddhismus immer mit dazu denken. Überraschenderweise ist es nicht allgemein bekannt, dass der Buddhismus eine Abspaltung aus dem Hinduismus ist. Beide waren viele Jahrhunderte nicht einmal streng getrennt – viele Hindus verehrten Buddha als Avatar von Viṣṇu, religiöse Praxis und Symbolik im Buddhismus sind (in einigen Zweigen) kaum von der im Hinduismus zu unterscheiden.

Einstimmung: Echos aus alter Zeit

Vor einigen Monaten bin ich in einem alten katholischen Dorf in Mitteldeutschland spazieren gegangen. Unten sind einige Eindrücke vom Wegesrand, die an das alte Erbe, das in der katholischen Tradition verborgen liegt, erinnern.

Bildstock des heiligen Antonius – Schutzpatron der Reisenden
Bildstock mit dem Erzengel Michael
Alle Kreuze und Bildstöcke stehen unter Bäumen, meist sind es Eichen.
Römische Historiker berichten, dass die Germanen meist unter heiligen Bäumen beteten

Detailliertere Vergleiche

Prozessionen

In katholischen Gegenden gibt es das (heute oft sterbende) Brauchtum von Prozessionen. Hierbei wird eine geweihte Hostie in eine sogenannte Monstranz gesetzt und vom Priester unter einem Baldachin den Prozessionsweg entlang getragen. Normalerweise wird übers Jahr in jede der vier Himmelsrichtungen eine Prozession abgehalten.

Fronleichnahmsprozession, Quelle: Wikipedia

Für Katholiken ist eine geweihte Hostie nicht einfach nur ein Symbol, wie sie es für Lutheraner ist. Nein, sie ist der Leib Christi (theologischer Fachbegriff: Transsubstantiantion). Somit kann man sagen, dass nach katholischer Lehre der Leib Christi den Prozessionsweg entlang getragen wird.

In indischen Tempeln gibt es normalerweise eine bewegliche und eine fest installierte Version der Bildgestalt der jeweiligen Gottheit. Für uns Hindus ist eine solche Bildgestalt eine vollumfängliche Form Gottes (vgl dazu: unsere Praxis). Bei Tempelfesten, sogeannten Utsavams, wird die bewegliche Bildgestalt unter einem großen Schirm um den Tempel getragen.

Prozession um einen südindischen Tempel

Ein Europa begleiten Blaskapellen eine Prozession, in Indien zumeist Trompeten und Trommeln (hier ein Video einer wichtigen Prozession eines großen Tempels).

Sowohl in Indien wie auch in Europa gibt es die Tradition, den Prozessionsweg mit Flaggen, Blumen und anderem zu schmücken.

Heiligendes Wasser

Neben dem Eingang jeder katholischen Kirche gibt es ein Töpfchen mit Weihwasser. Der Gläubige ist aufgefordert, sich beim Betreten der Kirche zur Reinigung damit zu bekreuzigen. In bestimmten Messen sprenkelt der Priester zusätzlich noch Weihwasser über die versammelten Gläubigen.

In der Vorbereitung der Bildgestalten-Vereherung in Hinduismus (Puja) werden alle Gegenstände zur Reinigung mit Wasser besprenkelt. Teil der Verehrung ist i.d.R. ein Bad der Bildgestalten mit Wasser (manchmal auch Milch), was gesammelt und zur Reinigung getrunken wird.

Räucherwerk

Weihrauch bei einer katholischen Messe, Quelle: Wikipedia
Verbrennen von Rächerwerk am Ganges, Quelle: Wikipedia

An wichtigen Feiertagen wird während einer katholischen Messe Weihrauch verbrannt.

Das Abbrennen von Räucherstäbchen oder Weihrauch ist fester Teil einer Puja.

Glocken

Es ist sicherlich bekannt, dass katholische Kirchen Glocken haben, die vor und nach der Messe geläutet werden. Zusätzlich gibt es kleinere Glocken, die zusamen mit den Turmglocken bei der Wandlung, in der die Hostie zum Leib Christi wird, geläutet werden.

Bei Verehrungs-Ritualen im Hinduismus werden ebenfalls an wichtigen Stellen Glocken geläutet, des weiteren haben viele Tempel Glocken, die man beim Betreten läutet und große fest installierte Glocken, die geläutet werden, wenn den Bildgestalten im Tempel Essen geopfert wird.

Türme

Nordeuropäischen Kirchen haben für gewöhnlich alle die selbe grundlegende Strukur: im Westen ist der Eingang, im Osten ist der Altarraum. Hinduistische Tempel haben keine so festgefügte Struktur, es gibt aber eine andere bedeutsame Gemeinsamkeit: Neben dem Eingang ist zumeist auch der Turm einer Kirche im Westen. Hindu-Tempel haben ein sogenanntes Gopuram (Go = glückbringend, Puram = Stadt), ein großes Bauwerk auf dem viele glückbringende Götter (Devas) und Symbole zu sehen sind. Dieses Gopuram ist der höchste Turm eines Tempel und gleichzeitig der Haupteingang.

Gopuram von Śrīraṅgam, Haupttempel unserer Tradition. Quelle: Wikipedia

Himmlische Spezialisten

Meine Großmutter war eine strenggläubige Katholikin. Wenn sie etwas verloren hat, betete sie immer zum Heiligen Antonius (von Padua). Wenn alte Bauern gutes Wetter für die Ernte benötigten, beteten sie zu Johannes und Paulus („Wetterherren“). An alten Brücken in katholischen Gegenden steht zumeist eine Statue des Heiligen Nepumuk, der für Brücken und Fließgewässer zuständig ist. Und das sind nur einige der vielen „himmlischen Spezialisten“, zu denen Katholiken früher gebetet haben.

Nepumuk Statue an einer Brücke. Quelle: Wikipedia

Wenn ich das Hindus aus Indien erzähle, führt das i.d.R. zu ungläubigem Staunen. Manche Leute behaupten ja, dass Hindus Polytheisten sind, weil sie zu vielen Göttern beten. Es gibt aber eine Art himmlicher Hierarchie – denn all diese Götter sind Devas – metaphyische Wesen, die für bestimmte Bereiche der Realität (wie z.B. Fließgewässer) zuständig sind, aber – je nach Unterströmung – Attribute / Aspekte / Modifikationen / Untergebene der höchsten Gottheit (Śrīman Nārāyaṇa) sind. Es gibt ein Deva für den Wind, ein Deva für das Feuer usw. Ganz so, wie die katholischen Heiligen für bestimmte Dinge zuständig sind!

Es mag Zufall sein, aber bei Nepumuk gibt es sogar eine Namensähnlichkeit zur Göttin der Flüsse und der Fruchtbarkeit, die er ersetzt hat: diese hieß Nerpus.

Die Muttergöttin

Wir Śrī Vaiṣṇavas verehren die göttliche Mutter Mahalakṣmī, die untrennbar mit dem Höchsten, Nārāyaṇa verbunden ist. Aus diesem Grund nennen wir ihn stets Śrīman Nārāyaṇa. Śrīman steht dabei für Mahalakṣmī. Sie ist die liebevolle Mittlerin (Mediatrix) zwischen ihm und den unzähligen bewussten Einheiten (Jīvāthmās, grob: Seelen).

Die Anhänger der drei abrahamitischen Religionen Judentum, Christentum und Islam rühmen sich ja bekanntlich damit, den Monotheismus etabliert zu haben. (Das ist natürlich vollkommener Unsinn, praktisch alle Hindus sind auch Monotheisten). Katholische Christen haben, wie bereits erwähnt, eine besondere Beziehung zu Heiligen. Unter ihnen wird die Gottesmutter Maria besonders geehrt, alleine in Deutschland gibt es 11 Wallfahrtsorte, an denen besondere Marienwunder geschehen sein sollen. In großen Kirchen gibt es oft besondere Marienaltäre, es gibt auch spezielle Marienkirchen, in denen der Fokus nahezu ausschließlich auf Maria gerichtet ist.

Marienaltar im Augsburger Dom

Nicht nur wir Hindus, auch die Lutheraner empfinden die Marienverehrung als kaschierte Verehrung der Muttergöttin. Weitere Evidenz, dass die Marienverehrung in der Tat die Verehrung der Muttergöttin ersetzt hat, lässt sich an der Rolle von Maria im Katholizismus finden. Hier die zweite Strophe des Ave Maria, dem wichtigsten Mariengebet, auf Latein – der Sprache, in der die alten Gebete ursprünglich verfasst wurden:

Sancta Maria, Mater Dei,
ora pro nobis peccatoribus
nunc et in hora mortis nostrae.

Interessant ist hierbei die zweite Zeile: ora pro nobis peccatoribus. „Ora“ (das Verb ist orare) heißt sprechen oder beten. „pro“ bedeutet für und „nobis peccatoribus“ bedeutet „uns Sünder“

Die Katholiken bitte also Maria, für sie zu sprechen / zu beten. Auch wenn Maria als Mediatrix natürlich in den theologischen Lehrbüchern nicht zu finden sein wird, legt „ora“ dem Gläubigen doch nahe, seinen Glauben in die göttliche Mutter als Mediatrix in Maria hinein zu projezieren.

Fazit

Wir haben somit vielen Parallenen zwischen „typisch katholischen“ Praktiken und Praktiken aus dem Hinduismus gesehen. Nimmt man lokale Traditionen und Gebräuche mit ins Bild, ließen sich wahrscheinlich noch dutzende weitere finden. Die Anzahl der Gemeinsamkeiten und die versteckte Gegenwart zweier sehr bedeutender Elemente des Hinduismus (Anrufung von Devas für bestimmte Aufgaben und Verehrung der göttlichen Mutter bzw Muttergöttin) im Katholizismus schließen aus meiner Sicht den Zufall als Grund für die Ähnlichkeiten aus.

Auch wenn der Grund dafür, dass diese Elemente noch sichtbar sind, sehr traurig ist (der geringe Erfolg der gewaltsamen Christianisierung), sind sie doch ein klarer Nachweis dafür, dass die Religion unserer Vorfahren in der vorchristlichen Zeit ein Verwandter der Religion ist, deren heutige Form als Hinduismus bekannt ist. Aus meiner Sicht hat der so erbrachte Nachweis auch deutlich mehr Gewicht als Ableitungen aus den Bemerkungen römischer und griechischer Historiker, da er nicht auf der Bebachtung Einzelner, sondern auf einer Analyse tausendfach ausgeübter religöser Praxis beruht.

Wenn wir aus dem Westen uns also dem Hinduismus, den wir Hindus Sanātana Dharma, die ewigen natürliche Ordnung nennen, zuwenden, so ist dies auch eine Zuwendung zu unseren eigenen Wurzeln. Die spirituelle Kultur Indiens ist, trotz diverser Veränderungen und Verwerfungen, Teil eine Kontinuums, das mindestens bis in die Bronzezeit zurück geht. Unsere Wurzeln in den Tiefen der Zeit sind vor 1100-1200 Jahren gewaltsam durchtrennt worden. Die Enge des mittelalterlichen Christentums und dessen Antithese, die Neuzeit mit all ihren Segungen und Irrungen, haben uns zusammen sehr weit von der Welt unserer Vorfahren entfernt. Auch wenn die Weisheit unserer Schamanen, Druiden und Seher wohl für immer verloren ist, hat doch die unendliche Güte des universalen Bewusstseins, das die Wurzel aller Realität ist (Śrīman Nārāyaṇas) eine weiterentwickelte und verfeinerte Form ihrer Weiheit auf dem indischen Subkontinent bewahrt.

Jeder muss natürlich für sich selbst entscheiden, ob er auf seiner Reise zu den eigenen Wurzeln Philosophie und Praktiken aus dem Hinduismus nur als Inspirationsquelle nutzen will oder – wie ich – durch Einweihung in ein bestimmte Lehrer-Schüler Tradition ein „richtiger“ Hindu wird. Auf jeden Fall sollte aber jeder, der hier lebt und nach Wurzeln und tiefer Weisheit sucht, beides, die vielfältigen Spuren der alten Religion unserer Vorfahren und ihren Cousin aus Indien, genau studieren – nur dann haben wir eine realistische Chance, auf dieser Suche erfolgreich sein.

Adiyēn Mādhava Rāmānuja Dāsan
Geschrieben von Mādhava, Diener Rāmānujas


Bücher

Unsere Mutterseite koyil.org bietet viele englische Bücher sowohl als E-Books (PDF) als auch zu günstigen Preisen im Print an. Wir haben einige dieser Bücher vorrätig, alle anderen können über uns bestellt werden. Die Lieferung kann aber durchaus 2-6 Monate dauern, da wir wegen der hohen Versandkosten aus Indien Lieferungen so gut es geht bündeln bzw Śrī Vaiṣṇavas bei Indienreisen bitten, das entsprechende Buch mitzubringen.

Wir haben begonnen, einige dieser Bücher ins Deutsche zu übersetzen und mit vielfältigen Ergänzungen und Anmerkungen zu versehen, damit sie für Leser ohne Hintergund in indischer Kultur verständlich sind. Ein Buch ist bislang fertig, weitere deutsche Bücher sind mittelfristig (2020/2021) geplant.

Um Bücher zu bestellen, bitte eine Email an uns schicken.

Vorrätige Bücher

Die erste Auflage der offiziellen Einführung in die Śrī Vaiṣṇava Tradition auf Deutsch. 109 Seiten, dutzende farbige Abbildungen. Selbstkostenpreis: 7€

Die zweite Auflage wird ein neues Layout bekommen, das zu etwas geringeren Druckkosten führt…

Die englische Version der offiziellen Einführung.

Geschrieben für ein indisches Publikum / Leser mit Vorkenntnissen. Schwarz / weiß, diverse Abbildungen, 72 Seiten.
Selbstkostenpreis 4€

Lebensbeschreibung und Geschehnisse rund um Rāmānuja, dem wichtigsten Lehrer (Āchārya) unserer Tradition.

Englisch, geschrieben für ein indisches Publikum / Leser mit Vorkenntnissen. Schwarz / weiß, diverse Abbildungen, 51 Seiten.
Selbstkostenpreis 3€

Verse und Vorgehen beim Thiruvārādhanam, der Bildgestalten-Verehrung (Puja) der Śrī Vaiṣṇavas.

Englisch, geschrieben für ein indisches Publikum / Leser mit Vorkenntnissen. Schwarz / weiß, diverse Abbildungen, 52 Seiten.
Selbstkostenpreis 3€

Finding Sanātana Dharma in the West

The problem

Śrīḥ
Śrīmathē śatakōpāya namaḥ
Śrīmathē rāmānujāya namaḥ
Śrīmath varavaramunayē namaḥ
Śrī vānāchala mahāmunayē namaḥ

A problem so many Western converts to Sanātana Dharma (Hinduism) have is that outsiders like parents, relatives and colleagues – and in fact they themselves in dark hours of doubt – view their faith as very exotic for a person from the West.

On the surface, this is understandable. The whole expression of Sanātana Dharma as we find it today is deeply infused by the situation in India – by the plants, the weather, the geography – in every conceivable way. Here are two obvious examples:

  1. In the Bhagavad Gītā, Kṛṣna describes his glories with many comparisons. He says that amongst the months, he is Mārgaḻi (Tamiḻ) Māgaśīra (Sanskrit). This is mid-December to mid-January. For a person living in India, this makes perfect sense. This time has moderate temperatures and many celebrations – it’s the the most auspicious time of the year! A person from Northern Europe or Russia will not see this time as very attractive. It’s very dark, with 5-7 hours of daylight, nothing grows and the sky is usually grey and cloudy.
  2. Viṣṇu and his Avatars are blue as a rain cloud because rain has a very positive, graceful conotation in dry areas like India. Again, for a North European, this is not very intuitive – about half of the year is cold and wet for him anyway, no need for rain clouds!

So, for a person growing up outside of India, fully embracing Sanātana Dharma requires to a certain degree a reframing of the concepts he finds in Sanātana Dharma as lived in India – as he needs to make it fit to his environment.

In this respect, many seekers miss something very very helpful: They are not aware that Sanātana Dharma has already been in the West!

To see this, consider that Northern Germany, the area where the author lives, was christianized with the threat of violence and death around 1100 – 1200 years ago. The oldest settlements here are from the Neolithic period, so for some 10k years, the people living here were „pagans“. It is documented that Christianity initially failed to attract people. They went to church to avoid punishment but still worshiped their old gods in private. To make sure people don’t fully go back to their old pagan ways, many elements of the pagan religion were taken over into Christianity, while at the same time all traces of the „before“ were thoroughly erased.

Why is this important? Because that pagan religion was at least a cousin of Sanātana Dharma as we find it preserved in India today!

The elements imported into Christianity were rightly identified as pagan by the Lutherans. So, we don’t find them in the many branches of Lutheran Christianity, but we still find them in Catholicism – the „old“ variant of the Christian faith. So a simple equation would be

Catholicism – Lutheran Christianity = many elements we still find in Sanātana Dharma.

Distant echoes

A few months ago, the author went for a walk in an old Catholic village in the middle of Germany. Below are some impressions from wayside shrines that reminded him on this old heritage hidden in the Catholic faith.

St. Anthony – protector of travellers
Shrine of an archangel – for protection
Trees always accompany places of outside worship.
The Romans noted that the Germans often worshiped outside under trees.

More Detailed Comparisons

If we look at the minute details of Catholic practises, the link to practises in Sanātana Dharma is becoming ever more obvious:

Processions

In Catholicism, there is the old (and often dying) custom of processions. Usually, all four directions are covered during the year. As visible below, the sacramental bread is carried under a canopy during the procession. Note that in Catholic Christianity, the sacremental bread is considered to be the actual flesh of Christ, not just a symbol as in Lutheran theology. So, the priest is carrying Christ during the procession, accordings to Catholics!

Corpus Christi procession in Germany
Source: Wikipedia

We find a very similar practise in India. There, the movable deity from a temple, a proper form of Bhagavan, is carried under a canopy around the temple.

Procession at a South Indian temple

In India, horns are blown at the procession. In Europe, processions are usually accompanied by brass bands. Both in India and in many Catholic areas, there is the custom to create rich decorations with flowers, drawings and flags where the procession passes by.

Sacred water

Each Catholic church has a pot of „holy water“ close to the entrance. People entering the church are requested to make the gesture of a cross with that water for purification. During some services, the priest is additionally sprinkeling „holy water“ on the assembly for purification.

The sprinkling of water for purification is also well known in Sanātana Dharma. There, it is used to purify the utensils used during worship and to bath deities. This water is collected and consumed for purification.

Use of incents

Burning of Frankincense in a Catholic service in Germany. Source: Wikipedia
Burning incense at the Ganges. Source: Wikipedia

Both in Catholic services and in many rituals in Sanātana Dharma, incense is used.

Bells

It is well known that Christian churches have bells to call believers to the service. At the climax of a Catholic service – the „change“, where the sacred bread becomes the flesh of Christ – small bells are rung within the church as well as the main bells in the church tower

At the most important points of deity worship (Puja) in Sanātana Dharma, a bell is rung, too. When food is presented to the deities, some temples ring large, mounted bells.

Towers

The standard layout of a North European Catholic church is that the main entrance is in the West and the sanctum is the in East. While Indian temples do not generally share this orientation, churches and temples share another feature: The tower of a North European Catholic church is over the main entrance (churches in Italy and Spain sometimes have different layouts). Similarly, the Gopuram of an Indian temple is the highest temple tower and is the main entrance of the temple.

Divine specialists

The author’s grandmother was a devout Catholic. When she lost something, she prayed to St. Anthony in order to find it. When old farmers were seeking good weather for harvest, they prayed to St. John and Paul, saints who were said to be in charge of the weather. Old bridges in Chatholic regions are often accompanied by a figurine of St. Nepumuk, who is reponsible for briges. And there are many more saints who were prayed to for specific topics.

Figurine of St. Nepumuk at a (restored) old bridge in Germany.
Source: Wikipedia

Sounds familiar, right? Indeed, Catholic saints are the functional equivalent to Devas in Sanātana Dharma! In case of St. Nepumuk, even the name reminds on the name of the Godess of fertiliy and rivers he replaced: Nerpus – but maybe that’s just a coincidence.

The mother goddess

We Śrī Vaiṣṇavas worship divine mother Mahalakṣmī, who is inseparable from Nārāyaṇa (hence we always say Śrīman Nārāyaṇa, where Śrīman stands for Mahalakṣmī) and is the mediatrix between him and all conscious entities (Jīvāthmās, approx Souls).

Abhrahamists brag with having invented monotheism (which is complete garbage of course, nearly all people following Sanātana Dharma are monotheists!), but we already mentioned that Catholics have a great reverence for saints. Amongst them Mary, the mother of Christ, is revered and loved the most by many Catholics. There are many dedicated shrines and churches for Mary. Here is one such shrine / altar from south Germany:

Shrine / altar for Mary, Augsburg Dom, Germany. Source: Wikipedia

Not only to us but also to many Lutherans, this worship of Mary seems to be a twisted variant of the worship of the mother goddess. Further proof is found when we look at Mary’s role in Catholicsism. Here is the Latin version of the second verse of „Ave Maria“, the most important prayer to Mary. Note that Latin is the reference language in Catholicism.

Sancta Maria, Mater Dei,
ora pro nobis peccatoribus
nunc et in hora mortis nostrae.

The interesting part is the second part: ora pro nobis peccatoribus. „Ora“ (verb orare) means speak or pray, „pro“ means for, „nobis peccatoribus“ means us sinners.

So Mary is asked to speak, to pray to God for the Catholic! Even though this is of course never stated as theological doctrice (Catholicism in monotheistic, right?), the word „ora“ invites the believer to take his trust into the mother goddess as mediatrix and project it into Mary.

Summing up

We have seen that Catholicism has numerous customs we also find in Sanātana Dharma. As mentioned, the reason for this is rather gruesome: Because people did not take up Christianity, which was forcefully imposed on them, many elements from their old religion were imported into Christianity and yielded what is now known as Catholicism.

The similarities we outlined proof that the „pagan“ religions practised in Europe were indeed relatives of Sanātana Dharma, and in our view the proof has much more force than any information on the pre-Christian era that comes to us via Roman historians.

So, when we from the West take up Sanātana Dharma as preserved on the Indian subcontinent, we should never forget that we are reconnecting with our ancient roots by doing so. While Indian culture is part of a continuum that stretches back many millenia, our roots in the ancient past of our continent were forcefully cut-off by the Christianization 1100-1200 years ago. While the insight of our Druids, Shamans and Wisemen is lost forever, the infinite grace of Śrīman Nārāyaṇa has preserved a highly refined and developed form of what they likely knew as Sanātana Dharma in Bharat, in India.

Thus, while there are indeed many things in Sanātana Dharma as we find it today that are specifically „Indian“, this must not distract us from the fact that below the surface of difference lies the unity of a universal religion practised from Spain to Japan and from Norway to Africa – the enternal natural way, Sanātana Dharma.

So, for a person from, say, Germany, a look at the fragments that come to him from the pre-Christian era is worthwile. Sometimes, he may find something that helps to bridge the gap between the local situation and statements in the texts of Sanātana Dharma.

Example: We noted above that Kṛṣṇa compares himself with the Indian month from mid-December to mid-January. In the pre-Christian era, this time was probably a festval for the godess Holda, who reminds us on our divine mother Mahalakṣmī and – coincidence or not – whose celebration is paralleled by the celebrations of Āṇdāl, avatar of Bhūdevi, which is in turn an avatar Mahalakṣmī, in India. In Europe, people barely went outside at that time because of the Wild Hunt. As the outside world did not fully belong to them during this time, people were staying inside to pray and contemplate.

So, for a pre-Christian European, Kṛṣṇa’s comparison to mid-December to mid-January would actually make a lot of sense! This time is cold and unfriendly on the outside, but very happy and contemplative within the house. Maybe modern day’s Christmas has recycled a bit of this mood.

Adiēn Mādhava Rāmānuja Dāsan

Falsche Āchāryas erkennen

Śrīḥ
Śrīmathē śatakōpāya namaḥ
Śrīmathē rāmānujāya namaḥ
Śrīmath varavaramunayē namaḥ
Śrī vānāchala mahāmunayē namaḥ

Unsere Tradition hat eine große Vergangenheit, ist aber auch sehr vielfälig und dezentral organisiert. Diese Mischung führt leider immer wieder dazu, dass Menschen fälschlicherweise behaupten, unsere Tradition zu repräsentieren oder sogar einer unserer Āchāryas (Lehrer, die durch ihr Beispiel lehren) zu sein. Da wir nun einmal vielfältig und dezentral sind, gibt es (leider?) keinen „Rat der Āchāryas“ oder irgend ein anderes zentrales Gremium oder auch nur eine offizielle Liste von Āchāryas, mit der man solche Behauptungen abgleichen könnte.

Es ist aber nicht schwer, falsche Śrī Vaiṣṇava Āchāryas zu erkennen, wenn man weiß worauf man achten muss. Hilfsmittel wie Listen sind daher in aller Regel gar nicht nötig! Die Linie unserer Āchāryas hat nämlich einen absolut klaren Standard gesetzt, wie sich ein Śrī Vaiṣṇava Āchārya verhält – und diesen Standard können die „Möchtegerns“ i.d.R. nicht einmal ansatzweise einhalten. Das Verhalten eines Āchāryas ist allerdings sehr vielfältig und komplex. Dieser Artikel befasst sich daher nur mit den einfachen und relativ offensichtlichen Punkten. Allein diese sollten aber schon ausreichen, um 90%+ aller „Fälschungen“ zu erkennen.

Als Beispiel betrachten wir die Behauptung, dass Swami Vishwananda ein Śrī Vaiṣṇava Āchārya ist, wie es (Stand November 2018) auf dieser Website behauptet wird:

Um Klagen wegen der Verletzung von Urheberrechten zu vermeiden (was gerade nach deutschem Recht sehr einfach ist – und die obige Website wird von einer deutschen GmbH nach deutschem Recht betrieben) werden wir weder Zitate noch Bildschirmfotos der Seite verwenden – wir bitten das zu entschuldigen.

Wir geben im Folgenden eine Reihe von Gründen an, warum Vishwananda mit Sicherheit kein Śrī Vaiṣṇava Āchārya ist. Dabei ist zu beachten, dass jeder einzelne Punkt ausreicht, um an der Behauptung, dass jemand Śrī Vaiṣṇava Āchārya ist, erhebliche Zweifel zu wecken.

Namen und Titel

  • Sein Name hat keinerlei Referenz zu einer Linie innerhalb der Tradition. Śrī Vaiṣṇavas erhalten einen spirituellen Namen. Dieser Name steht üblicherweise in Beziehung zum Geburtsnamen und wird mit „Rāmānuja Dāsan“ ergänzt, was „Diener Rāmānujas“ bedeutet. Wenn ein Śrī Vaiṣṇava als nachfolgender Āchārya berufen wird, nimmt er einen anderen Namen an, der normalerweise in Beziehung der Linie von Āchāryas steht, die er ab da repräsentiert. Beispiel: Wenn ein Āchārya aus der Linie von Embar kommt, dem Cousin von Rāmānuja, der ihm als Anführer der Tradition nachfolgte, wird er „Embar Jeeyar Swami“ genannt.
  • Die Endung seines Namens (-ananda) ist für Śrī Vaiṣṇavas ausgesprochen unüblich. Es ist aber so, dass Namen dieser Art in der Linie  von Śankarāchārya, also der Advaita Tradition, sehr verbreitet sind. Die Advaita Tradition ist seit über 1000 Jahren unser wichtigster Gegener in philosophischen Debatten.
  • Der Titel Paramahamsa (wörtlich: „transzendenter Schwan“) wird von Vaiṣṇavas nicht für sich selbst verwendet. Paramahamsa ist ein üblicher Titel für Sanyasis (entsagte Mönche). Andere Menschen sprechen diese auch durchaus so an, die Bescheidenheit eines Vaiṣṇavas verbietet es ihm aber, sich selbst so zu bezeichnen. Die Verwendung von Paramahamsa in der url einer Website, die Vishwananda der Öffentlichkeit präsentiert, ist also für einen Vaiṣṇava unpassend.

Einweihung

Es gibt keinen Hinweis darauf, wer (welcher Āchārya) die Einweihung in unsere Tradition vorgenommen hat. Der Āchārya ist für uns Śrī Vaiṣṇavas sehr wichtig. Sein Thaniyan (rühmender Vers) wird von uns jeden Tag rezitiert, sein Bild hängt an prominenter Stelle in unserer Wohnung – denn wir sind ihm dankbar, dass er uns mit der Kette der Gnade, die von Rāmānuja ausgeht, verbindet. Wenn wir eingeweiht sind, geben wir folglich stets voller Freude an, welcher Āchārya uns eingeweiht hat.

Referenz zu Lehren weit außerhalb unserer Tradition

Da wir uns unserer Tradition verpflichtet fühlen und da es einen reichen Schatz and Begebenheiten aus dem Leben unserer Āḻvārs and Āchāryas gibt, referenzieren Śrī Vaiṣṇavas im Allgemeinen und Śrī Vaiṣṇava Āchāryas im Besonderen nur die vedische Literatur und das reichte Erbe unserer Tradition. Vishwananda zitiert Mahavatar Babaji als seinen Guru. Mahavatar Babaji ist ein mythenumrankter Yogi, der von dutzenden (häuft selbst-proklamierten) Gurus als Referenz angegeben wird und i.d.R. als Avatar von Śiva gesehen wird.

Wir respektieren Śiva als großen Verehrer von Śriman Nārāyana, aber unsere Tradition hält sich strikt davon fern, Śiva zu verehren oder Gemeinschaft mit den Verehrern von Śiva zu pflegen.

Äußere Erscheinung

Śrī Vaiṣṇavas folgen den Schriften so genau wie möglich. Und während normale Anhänger der Tradition, gerade wenn sie außerhalb Indiens leben, im Alltag so einige Kompromisse eingehen, sind unsere Āchāryas in jeder Hinsicht ausgesprochen strikt, denn sie lehren auch durch ihr Beispiel. Im Bezug auf ihre äußere Erscheinung bedeutet das:

  • Sie tragen Śikhā, das bedeutet ihr Haar ist abraisiert bis auf einen kleinen Haarbüschel am Hinterkopf
  • Wenn sie den Titel Swami tragen, also ein entsagter Mönch sind, tragen sie keinerlei Gold, Schmuck, Perlen usw.
  • Sie tragen keine genähte Kleinung. Anstatt dessen tragen sie einen Dhoti und (in kalten Gegenden) ein zweites Stück Stoff, um den Oberkörper abzudecken.
  • Sie tragen Urdhva Pundra, auch als Thilak bekannt – das ist das rot/weiße Zeichen unserer Tradition auf der Stirn. Sie tragen es genau so, wie ihr Āchārya es ihnen gezeigt hat, d.h. es gibt keine Variation in diesem Zeichen.

Keiner dieser Punkte trifft auf Vishwananda zu.

Geld für Unterweisungen

Auf der unten stehenden Website wird ein siebenteiliger Kurs über das Śrimad Bhagavatam (auch als Bhagavata Purana bekannt) für 225$ oder 35$ pro Vorlesung angeboten:

Während es üblich und korrekt ist, dass ein Schüler seinem Āchārya Dakshina gibt, ist dies doch immer eine freiwillige Gabe und keine Voraussetzung dafür, Unterweisungen zu hören. Unsere Āchāryas haben die höchsten Weisheiten immer kostenlos verkündet! Es kommt natürlich vor, dass ein Āchārya besonders vertrauliche Unterweisungen nur seinen engsten Schülern gibt, aber bei solchen Restriktionen geht es nie um Geld!

Fehlende Verweise auf vorangegangene Āchāryas

All unsere Āchāryas verweisen immer wieder auf Begebenheiten aus dem Leben der Āḻvārs and Āchāryas. Wir haben uns einmal einige Ausschnitte aus Diskursen von Vishwananda angesehen und so etwas nicht gefunden. Zum Beispiel sollte es in einem Diskurs zu göttlichen Bildgestalten (Deities) und Statuen (englisch, hier zu finden https://www.youtube.com/watch?v=iy9FqK6Fc9M) Verweise auf Begebenheiten aus dem Leben der Āḻvārs geben, denn dort sind vielfältige Dinge im Bezug auf Bildgestalten passiert, die hervorragend in so einen Diskurs passen würden. Wir haben aber nichts dergleichen im Diskurs gehört.

Adiyēn Mādhava Rāmānuja Dāsan

Spotting fake Āchāryas

Śrīḥ
Śrīmathē śatakōpāya namaḥ
Śrīmathē rāmānujāya namaḥ
Śrīmath varavaramunayē namaḥ
Śrī vānāchala mahāmunayē namaḥ

Our tradition has a great history and is very diverse and de-centralized. This has induced quite a few people to falsely claim to represent (or even be an Āchārya in) our tradition. Being the diverse and de-centralized tradition we are, there is no central decision body nor a list of Āchāryas which could be used to check such claims.

However, it is fairly easy to spot fake Śrī Vaiṣṇava Āchāryas, so auxiliary means are usually not needed. This is because the lineage of our Āchāryas has set a crystal clear standard on how a Śrī Vaiṣṇava Āchāryas behaves. As the behaviour of an Āchārya is very intricate and complex, we shall restrict outselven on rather obvious and simple points, which are easy to understand but should still suffice to spot 90%+ of all fake Śrī Vaiṣṇava Āchāryas.

As example we shall take the statement that Swami Vishwananda is a Śrī Vaiṣṇava Āchārya as claimed on this webpage (as of November 2018): https://www.paramahamsavishwananda.com/the-master/sri-vaishnava-acharya.

In order to avoid being sued for copyright breaches (which is very easy under German law and the site is run by a German for profit limited liability company under German law) we shall not use quotations or screeshots from that respective website. Sorry. 

Following, we give a list of reasons why the claim that he is a Śrī Vaiṣṇava Āchārya is utterly false. Note that each single point suffices to induce severe doubts that the respective person is a Śrī Vaiṣṇava Āchārya.

Name & Titles

  • His name lacks any reference to a lineage: Śrī Vaiṣṇavas receive a spiritual name. This name is usually related to the birth name and is extended by Rāmānuja Dāsan, which means servant of Rāmānuja. If a Śrī Vaiṣṇava is installed as suceeding Āchārya, he uses a different name that usually relates to the lineage of Āchāryas he represents. For example, if the Āchārya hails from the lineage of Āchāryas that goes back to Embar, the cousing of Rāmānuja who followed him as the leader of our tradition, he is called „Embar Jeeyar Swami“.
  • His names‘ ending (–ananda) is extremely uncommon for a Śrī Vaiṣṇava. In fact, names like this are commonly used in the lineage of Śankarāchārya, i.e. in the Advaita tradition. This tradition has been our main opponent in debates for the last 1000+ years, as their  philosophical views differ considerably from the views of our tradition.
  • The title Paramahamsa (literally: „transcendent swan“) is not used by Vaiṣṇavas to address themselves. Paramahamsa is a honary title used for Sanyasis (renouncers). Other people may address such a person as Paramahamsa, but the humbleness of a Vaiṣṇava makes him abstain from addressing himself as such. The usage of Paramahamsa in the url of the website presenting him to the general pubic is thus inappropriate for a Vaiṣṇava.

Initiation

There is no reference on who (which Āchārya) performed his initiation into our tradition. The Āchārya is extremely important for Śrī Vaiṣṇavas. His thaniyan (honorary verse) is recited every day, his picture is placed prominently in our homes and we feel grateful for him connecting us the the chain of grace started by Rāmānuja. So if we are initiated, we always state who performed the initiation as this is central for us.

Reference to teachers far outside the lineage

Being committed to our lineage and having the rich body of literature and many pasttimes from Āḻvārs and Āchāryas, Śrī Vaiṣṇavas and Śrī Vaiṣṇava Āchāryas in particular do reference solely Vedic scriptures and the rich heritage of our tradition. Vishwananda cites Mahavatar Babaji as his guru. Mahavatar Babaji is a mythical figure cited by dozens of (often self-proclaimed) gurus and is usually seen as an avatar of Lord Śiva.

While we respect Lord Śiva as a great devotee of Śriman Nārāyana, our tradition strictly abstains from worshipping Śiva or in fact even associating with his devotees.

Outward appearance

Śrī Vaiṣṇavas follow the prescripions of the scriptures as closely as possible. While common devotees may compromise in some respects, particularly if they live abroad, an Āchārya is also teaching by example and is thus extremly strict in every way. This means in terms of outward appearance:

  • He wears Śikhā, i.e. his head is shaved except for a tuft of hair at the back of the head.
  • Having the title Swami, i.e being an ascetic renouncer, he does not wear any gold ornaments, pearls etc .
  • He does not wear sewn clothes. Instead, he wears a Dhoti and (in cold environments) a smaller piece of cloth to cover the upper body.
  • He wears Urdhva Pundra (also known as Thilak), and he wears it in the same way his Āchārya has prescibed it, i.e. there is no variation.

None of the above points applies to Vishwananda.

Charging disciples money for teaching

On the below webpage, a 7 part course by Vishwananda on the Śrimad Bhagavatam (Bhagavata Purana) is offered for 225$ in total or 35$ pers session.

While it is suitable and common for disciples to give Dakshina to the Āchārya, this is always a voluntary contribution by the disciple and is not a pre-condition for listening to discourses. All of our Āchāryas have taught the highest wisdom free of charge. They may restrict discourses to close disciples in case of very confidential teachings, but such restrictions are never about money.

Missing references to teaching of previous Āchāryas

All of our Āchāryas make extensive refereces to the lifes and teachings of Āḻvārs and previous Āchāryas. We listened to a few random excerpts from Vishwanandas Youtube videos and found no such reference. For example, on the discourse on deity and statue (https://www.youtube.com/watch?v=iy9FqK6Fc9M), should have some references to pasttimes from the Āḻvārs, where many beautiful incidences in the relation to temple deities happend. But there are none.

Adiyēn Mādhava Rāmānuja Dāsan

Viṣṇu vs Kṛṣṇa

Recently, somebody asked on Quora

Do most Hindus, unlike followers of ISKCON, believe Vishnu is the supreme source, not Krishna?

An ISKCON devotee expressed the view that this is indeed true. Then Rami Sivan, a sometimes controversial Śrī Vaiṣṇava with Western roots, gave a detailed refutation of this view:

A good question which is often asked. Only ISKCON considers Krishna as the source of incarnations.

Most Vaisnavas and other Hindus don’t make any quantitative theological differences between Vishnu and His avataras.

The Vedas are the Supreme Authority – Krishna is not mentioned by name in any of the Veda Samhitas but in the Chandogya Upanishad he is mentioned once. Vishnu on the other hand is mentioned several times in the Veda Samhitas.

Now a parsing of Sanskrit terms is the key to understanding theology. There are three names which are considered as truly indicative of the Supreme Being — and they are considered as supreme because all three are indicative of All-pervasiveness – i.e. omnipresence of the Divine.

  1. nārāyana — which means the ground of all Being – the source of all manifestation of both the material universe and the individual selves.
  2. viṣṇu — which means that which pervades everything from within.
  3. vāsudeva — that which pervades everything from without.

I will now give you a sample of testimonies from the various Scriptures. There are hundreds of such testimonies.

UPANISHADS

nārāyaṇaḥ paraṃ brahma tattvaṃ nārāyaṇaḥ paraḥ |
nārāyaṇaḥ paro jyotir ātmā nārāyaṇaḥ paraḥ ||

Nārāyaṇa is the Supreme Reality designated as Brahman. Nārāyaṇa is the Highest. Nārāyaṇa is the Supreme Light (described in the Upaniṣads). Nārāyaṇa is the Highest. (Mahānārāyaṇa Upaniṣad Anuvāka 13 Verse 4.)

GARUDA PURANA

eko nārāyaṇo devo devānāmīśvareśvaraḥ |
paramātmā paraṃ brahma janmādyasya yato bhavet ||

The lord Nārāyaṇa alone is the omnipotent almighty of all the gods. He is the Supreme Being. He is the Supreme Brahman. All this world originates from Him. (Garuda Purāṇa ch 1 vs 12 )

VISHNU PURANA

viṣṇor aṃśaṃ bhuvaṃ yāte ṛtavasca abhavat śubham |

When the portion of Vishnu became manifest upon the earth (as Krsna) the seasons became congenial. (VP. 5:2:4.)

SRIMAD BHAGAVATAM

yadośca dharma śīlasya nitarāṃ muni sattama |
tatrāṃśena avatīrṇasya viṣṇo vīryāṇi śaṃsanaḥ ||

You have also described the line of the noble and righteous king Yadu. In that dynasty Mahavishnu was incarnated by a part of His splendour. (SBh. 10:1:2)

saptamo vaiṣṇavam dhāma yam anantaṃ pracakṣate |
garbho babhūva devakyā harṣa śoka vivardhanaḥ ||

She bore that manifestation of Vishnu called Ananta in her seventh pregnancy, which was the cause of delight and fear to her at the same time. (SBh 10:2:5)

devakyāṃ deva rūpiṇyāṃ viṣṇuḥ sarva guhāśayaḥ |
āvir āsīd yathā prācyāṃ diśi indur iva puṣkalaḥ ||

Vishnu the resident in the hearts of all, was born of the divinely beautiful Devaki, like the full moon rising on the eastern horizon. (Suka) (SBh 10:3:8)

Then finally from the GOSWAMIS

“The omniscient great God of Vaikunta (viz. Sriman Narayaṇa) at once manifested Himself before me as Sri Krishna, the eternal son of Nanda and forthwith Sri Lakshmi Devi became Radhika followed by Bhudevi as Candravalli.”

Stated by Srila Sanatana Goswami in Sri Brhat Bhagavatamṛtam Part 2 Chap 4 (Vaikuṇtha nama) published by Gaudiya Maṭha

I hope this clarifies for you the orthodox position.

Vedanta vs Empiricism

Mādhava asked in the spring of 2018 on Quora:

Is Vedanta immune to criticism from Atheism/Empiricism because its position is radically subjective?

This question was based on listening to Aron Ra’s intelligent and very systematic refutations of American Evangelist Christian’s „proofs“ for the existence of God. Pondering how we followers of Vedanta would converse with a stout empiricist like Aron Ra, Mādhava came to the conjecture that the subjectivism inherent in Vedanta is the key difference to the Abrahamist’s position. Vedanta starts from the subjective observation, the occurrences in the field (Kshetra) to use the parlance of the Bhagavad Gīta.

Answer by Kratu Nandan (abbreviated)
It is true that Vedanta presupposes a Knower or Witness (subject) which alone is the common element in the ever-changing phenomena of the universe. It is therefore very easy to label Vedanta as ‘radically subjective’. However, it is not as simple as that.

On the contrary, Shankaracharya, in his Brahmasutrabhashya, has uncompromisingly stated that Brahmajnana (Knowledge of the final, underlying Reality of all phenomena) depends solely on the object (vastutantra) and not on the subject (purushatantra or kartrutantra). Evidently, this is out and out objectivity. Therefore Vedanta is not a weak system of philosophy that gleefully hides under the protective canopy of the ‘subjective’.

Vedanta remains objective, and yet remains immune to criticism from empiricism on account of its questioning, challenging and disproving of the conventional definitions and limits of the subject (vishayi) and object (vishaya). Instead, it is shown that the sense organs (indriya) themselves are objects of perception , as opposed to the empiricist’s idea of them being the subject.

(…)

What is more, Vedanta does not consider anything that appears and disappears to be real. Something real must always exist and should remain unaffected by time. Thus, the appearing and disappearing ego, along with its ‘subservient operatives’, are held to be an unreal. The true Knower is the one who perceives the presence and absence of ego, and is always unaffected by it.

Further on, Vedanta observes that what goes under the name of empirical knowledge of the objective world is defective and incomplete, as it is ‘mediate’ (paroksha). What is meant is that such knowledge is obtained, moulded, fashioned and shaped through the ‘medium’ of indriya, manas, buddhi, chitta and ahamkara, which themselves are unreal. Even taking for granted that they are real, the knowledge obtained through them is relative. We might find a peanut to be a tiny object, while an ant will find it huge. We may see a colourful world while an animal without colour perception will see it differently. Which of us can claim our own knowledge alone to be real?

It is therefore that according to Vedanta, the true knowledge of the objective world lies in getting rid of such media and knowing it directly. The term employed for such a knowledge is – ‘immediate’ (aparoksha). Such a direct perception is called aparokshanubhuti,and the one with such a knowledge is called aparokshajnani.

When through vichara (enquiry) the unreal ego is discarded, the trinity of known, knower and knowledge vanishes – and the Reality without any such distinctions shines as I – but without the ego. The Knower is non-different from Knowledge.

(…)

It is a grand Unity that cannot even be described as One, due to the lack of anything else besides It. It is perfect Silence.

There are at least two logical validations or paradoxes possible in this direction. One is that if the whole physical universe is one interdependent, interwoven system, why is our consciousness limited to our body alone? The other, as Swami Vivekananda points out, is that “motion is possible in comparison with something which is a little less in motion or entirely motionless”. If the universe is taken as a unit whole, it has to be motionless or unchangeable, for there is nothing else besides it with respect to which it changes. Yet, we see movement every moment..

Indeed, the ‘true validation’ of this lies in the Experience of this Unity for the individual concerned, and is verily subjective. The proof of such an experience for the onlookers lie in the conduct of such people. They do not escape any responsibility that life may bring. They completely take it up and execute it to perfection. Their compassion is unbound and universal. They do not transgress anything that is held ethical. The feeble feelings of empathy, love, compassion and responsibility that we, the ordinary people, feel are only pointers in that direction.

The reproducibility of such an experience is seen when such people instill similar feelings in the individuals they come in contact with, which is also subjective. Moreover, the deep sleep (that comes closest to aparokshanubhuti) in which the subject-object duality is suspended, though subjective, is a universal experience. The articulation of the deep sleep experience is universally corroborated, reproduced and validated in the words, ‘I did not know anything then’.

Finally, for that matter, the reproducibility of any empirical validation is also subjective, as the validation will have to be experienced by a validator, and is relative to him.

To conclude, Vedanta is not escaping the objectivity criterion. In an uncompromising, undying effort to grasp the objective, it discards what is wrongly held to be the subject, and finally declares the distinction of ‘objective & subjective’ and ‘God and the individual’ to be limited, relative and false.

I hope I made some sense in writing all this!

Mādhava
Ooh, I think we are getting confused by the words objective and subjective. If we take object in the Advaita sense as “the perceived”, yes, agree, then there is no issue.

There are two buts:

  • if we put on the hat of an empiricist, objective means perceivable for all, reproducible. He would not accept your conclusion as it can not be proven by the “objective (his sense of the word)” means of science. He might say that if everything beyond the perceiver is unreal, Advaita is pure religion as it does not allow for falsification.
  • Even tough many take Vedanta = Advaita, that’s not the case. In fact the lineage in which I received Deeksha, the Śrī Vaishnava Sampradāya, has very strong objections on Advaita which I share. As there are parts of the Upanishads which speak of difference between Jīvāthmā and Brahman and a real world, we cannot presuppose that everything beyond the perceiver is ultimately unreal / the same category of object (in the Advaita sense).

So, I think it’s not that easy. We cannot use the Advaita presupposition since this position is rejected both by empiricists and some Vedanta schools, so we can’t argue us as followers of Sanatana Dharma out from the criticism of empiricists this way…

 

Kratu Nandan

🙂 Thanks for your comments. As an academic student of physics, I understand it well enough. The solution lies in questioning the empiricists’ criteria.

  1. Vedanta does not deny the empiricists’ meaning that what is “objective” must be perceivable for all. It simply extends it by saying that anything that is objective should be “perceivable for all (all cognitive entities including animals) at all times”. Therefore, it should be perceivable to oneself at all times too. In other words, it should be time-space-independent. The only thing, Vedanta says, that is time-space-independent is the “perceiver”. The only constant in the ever changing phenomena is the witness of it. And no one can deny that he as a perceiver exists. Or does the empiricist say that his existence as a perceiver should be perceived by all to be true? Is not the perception of one’s own existence independent of other’s validation?
  2. If this criterion of time-space-independence be included, would falsification of the empiricists’ “means of science” based on it be allowed? If yes, then the empiricists’ “objective” will become a time-space-dependent religion. If not allowed, how can we take something to be objective if it isn’t perceived by all at all times? How can we agree upon something that we don’t even perceive or perceive only at certain times and places?
  3. Does the empiricist deny his own mind as an object of perception? Is it not “known” by him? Is his mind an object for any of thr five senses? If “perceivable for all” be the criterion, then his mind doesn’t exist, as it is not at all perceivable through senses for anyone, let alone all.
  4. Does the empiricists’ “all” include the other cognitive entities including animals?
  5. Do not the “all (other people who are equal validators)” form a part of his own experience? Do they exist outside his own experience? Does he or anyone at anytime have anything but their own experiences to rely on? Does anyone at anytime cognise anything but his/her own experience? Is the empiricist’s experience “perceivable for all”? If not, are those experiences objective by his own definition? If he admits they aren’t objective, how and why does he rely on them? Is not the criterion, “perceivable by all”, one’s own experience?
  6. Who will validate the “perceivable for all” criterion? Collectively by every single cognitive entity at the present moment? Or is it that “all” a hypothetical?
  7. Why does the empiricist limit his “perceivable by all” to the senses alone?
  8. Coming to interpretations of Vedanta as being many faced, yes. As a south Indian, I am more aware of it.But if you question the followers of each of those groups, they will say their’s alone is true. So, in the individual’s perception, there is only one Vedanta.
  9. I must say, with all due immense respects to all the great acharyas of all the sampradayas, none of them can even come close to addressing the empiricists ideas, but Advaita.

Finally, thanks for this question. It’s very desirable to engage in such thought processes.

 

Mādhava

1) I doubt that your fellow physicists or numerous non Advaita Acharyas would agree. From an empiricist‘s point of view, predictability and measureability suffices for objective existence. Requiring the permanence you outline already imposes the Advaita result of non-existence of reality.

5) & 6) This is presuposing Advaita Siddhānta. Empirically, we can easily demonstrate that you are not me and perceive differently.

9) : ) I would object to that, but that‘s kinda obvious, isn’t it?