Verbindungen durch Raum und Zeit

Śrīḥ
Śrīmathē śatakōpāya namaḥ
Śrīmathē rāmānujāya namaḥ
Śrīmath varavaramunayē namaḥ
Śrī vānāchala mahāmunayē namaḥ

Was denken Sie beim Wort Heiden? Als ich noch ein Kind war und in einer konservativ-katholischen Familie am Rande des Sauerlandes aufwuchs, dachte ich, dass Heiden in erster Linie nackt um goldene Figuren tanzen, die sie für Gott halten.

Erst viel später habe ich realisiert, dass dieses Bild uralte christliche Propaganda ist. Da war ich selbst schon Heide. Für mich heißt „Heide“ heute einfach: religiös, aber nicht in einer der drei Religionen des vorderen Orients. Ich bin nämlich Hindu. Wie es dazu kam ist eine längere Geschichte, die hier nicht von Belang ist.

Als ehemaliger Katholik fiel mir jedenfalls nach einger Zeit auf, dass vieles, was ich als Hindu kennen lernte, gar nicht wirklich neu für mich ist – ich kannte es in ähnlicher Form schon aus dem Katholizismus.

In diesem Artikel möchte ich viele solcher Parallelen zwischen Praktiken im Katholizismus und Hinduismus aufzeigen. Diese Parallelen sind, und dazu gleich mehr, für mich ein indirekter Hinweis darauf, dass die alten Religionen Mitteleuropas, aus denen die katholischen Praktiken höchstwahrscheinlich stammen, und die vedische Religion Indiens, deren moderne Form der Hinduisumus ist, eng verwandt sind.

Solche Parallelen zu analysieren ist dabei bei Leibe keine akademische Übung aus Freude am reinen Erkenntnisgewinn. Nein, Hindus mit westlichen Wurzeln wie mir hilft eine solche Analyse, die vielen kleinen Konflikte zwischen einer in einem fernen Land kultivierten Tradition und der Lebenswelt hier zu überbrücken. Für Menschen, die als Neu-Heiden zur Religion unserer Vorfahren zurück kehren wollen, bietet der Blick auf eine lebendige und hochgeradig verfeinerte Form des Heidentums Orientierung und Inspiration. Z.B. gibt es meines Wissens keine zuverlässigen Quellen dazu, wie unsere Vorfahren ihre Götterbilder konkret verehrt haben. Also, welche Opfergaben genutzt wurden, wie sie angeboten wurden, was dazu gesagt oder gesungen wurde usw. In jedem der Hauptzweige des Hinduismus ist dies bis in die feinsten Details ausgearbeitet, hier gibt es also mehr als Genug Vorlagen, an denen man sich orientieren kann.

Doch zurück zum Thema. Wie kamen heidnische Elemente ins Christentum?

Christianisierung

Es mag so manchen überraschen, aber Nord- und Mitteldeutschland sind – gemessen an den Zeitskalen indischer Geschichte – noch nicht besonders lange christlich, und freiwillig sind die Menschen hier auch nicht Christen geworden. Die Christianisierung Deutschlands wurde maßgeblich von Karl dem Großen voran getrieben und ihm war Gewalt als Mittel dazu recht und billig. 

Gewalt und Zwang zum Christsein führten natürlich nicht dazu, dass die Menschen besonders fromm wurden, sondern dazu, dass sie ihren alten Glauben einfach heimlich lebten. Aus diesem Grund, so scheint es, wurden die alten Kultstätten gründlich zerstört und mit Kirchen überbaut, sowie im Laufe der Zeit viele Elemente aus der alten, heidischen Religion in das christliche Brauchtum übernommen.

Die Lutheraner haben diese heidnischen Elemente später als solche identifiziert und entfernt. Im Katholizismus, so wurde die alte Variante des Christentums später genannt, wurden diese Elemente aber bis heute überliefert und sind mir in meiner katholischen Jugend in großer Zahl begegnet. Die Gleichung lautet also

Katholizismus – lutheranisches Christentum = heidnische Elemente, die wir oft auch im Hinduismus finden.

Wenn ich im Folgenden Hinduismus schriebe, mag der Leser Buddhismus immer mit dazu denken. Überraschenderweise ist es nicht allgemein bekannt, dass der Buddhismus eine Abspaltung aus dem Hinduismus ist. Beide waren viele Jahrhunderte nicht einmal streng getrennt – viele Hindus verehrten Buddha als Avatar von Viṣṇu, religiöse Praxis und Symbolik im Buddhismus sind (in einigen Zweigen) kaum von der im Hinduismus zu unterscheiden.

Einstimmung: Echos aus alter Zeit

Vor einigen Monaten bin ich in einem alten katholischen Dorf in Mitteldeutschland spazieren gegangen. Unten sind einige Eindrücke vom Wegesrand, die an das alte Erbe, das in der katholischen Tradition verborgen liegt, erinnern.

Bildstock des heiligen Antonius – Schutzpatron der Reisenden
Bildstock mit dem Erzengel Michael
Alle Kreuze und Bildstöcke stehen unter Bäumen, meist sind es Eichen.
Römische Historiker berichten, dass die Germanen meist unter heiligen Bäumen beteten

Detailliertere Vergleiche

Prozessionen

In katholischen Gegenden gibt es das (heute oft sterbende) Brauchtum von Prozessionen. Hierbei wird eine geweihte Hostie in eine sogenannte Monstranz gesetzt und vom Priester unter einem Baldachin den Prozessionsweg entlang getragen. Normalerweise wird übers Jahr in jede der vier Himmelsrichtungen eine Prozession abgehalten.

Fronleichnahmsprozession, Quelle: Wikipedia

Für Katholiken ist eine geweihte Hostie nicht einfach nur ein Symbol, wie sie es für Lutheraner ist. Nein, sie ist der Leib Christi (theologischer Fachbegriff: Transsubstantiantion). Somit kann man sagen, dass nach katholischer Lehre der Leib Christi den Prozessionsweg entlang getragen wird.

In indischen Tempeln gibt es normalerweise eine bewegliche und eine fest installierte Version der Bildgestalt der jeweiligen Gottheit. Für uns Hindus ist eine solche Bildgestalt eine vollumfängliche Form Gottes (vgl dazu: unsere Praxis). Bei Tempelfesten, sogeannten Utsavams, wird die bewegliche Bildgestalt unter einem großen Schirm um den Tempel getragen.

Prozession um einen südindischen Tempel

Ein Europa begleiten Blaskapellen eine Prozession, in Indien zumeist Trompeten und Trommeln (hier ein Video einer wichtigen Prozession eines großen Tempels).

Sowohl in Indien wie auch in Europa gibt es die Tradition, den Prozessionsweg mit Flaggen, Blumen und anderem zu schmücken.

Heiligendes Wasser

Neben dem Eingang jeder katholischen Kirche gibt es ein Töpfchen mit Weihwasser. Der Gläubige ist aufgefordert, sich beim Betreten der Kirche zur Reinigung damit zu bekreuzigen. In bestimmten Messen sprenkelt der Priester zusätzlich noch Weihwasser über die versammelten Gläubigen.

In der Vorbereitung der Bildgestalten-Vereherung in Hinduismus (Puja) werden alle Gegenstände zur Reinigung mit Wasser besprenkelt. Teil der Verehrung ist i.d.R. ein Bad der Bildgestalten mit Wasser (manchmal auch Milch), was gesammelt und zur Reinigung getrunken wird.

Räucherwerk

Weihrauch bei einer katholischen Messe, Quelle: Wikipedia
Verbrennen von Rächerwerk am Ganges, Quelle: Wikipedia

An wichtigen Feiertagen wird während einer katholischen Messe Weihrauch verbrannt.

Das Abbrennen von Räucherstäbchen oder Weihrauch ist fester Teil einer Puja.

Glocken

Es ist sicherlich bekannt, dass katholische Kirchen Glocken haben, die vor und nach der Messe geläutet werden. Zusätzlich gibt es kleinere Glocken, die zusamen mit den Turmglocken bei der Wandlung, in der die Hostie zum Leib Christi wird, geläutet werden.

Bei Verehrungs-Ritualen im Hinduismus werden ebenfalls an wichtigen Stellen Glocken geläutet, des weiteren haben viele Tempel Glocken, die man beim Betreten läutet und große fest installierte Glocken, die geläutet werden, wenn den Bildgestalten im Tempel Essen geopfert wird.

Türme

Nordeuropäischen Kirchen haben für gewöhnlich alle die selbe grundlegende Strukur: im Westen ist der Eingang, im Osten ist der Altarraum. Hinduistische Tempel haben keine so festgefügte Struktur, es gibt aber eine andere bedeutsame Gemeinsamkeit: Neben dem Eingang ist zumeist auch der Turm einer Kirche im Westen. Hindu-Tempel haben ein sogenanntes Gopuram (Go = glückbringend, Puram = Stadt), ein großes Bauwerk auf dem viele glückbringende Götter (Devas) und Symbole zu sehen sind. Dieses Gopuram ist der höchste Turm eines Tempel und gleichzeitig der Haupteingang.

Gopuram von Śrīraṅgam, Haupttempel unserer Tradition. Quelle: Wikipedia

Himmlische Spezialisten

Meine Großmutter war eine strenggläubige Katholikin. Wenn sie etwas verloren hat, betete sie immer zum Heiligen Antonius (von Padua). Wenn alte Bauern gutes Wetter für die Ernte benötigten, beteten sie zu Johannes und Paulus („Wetterherren“). An alten Brücken in katholischen Gegenden steht zumeist eine Statue des Heiligen Nepumuk, der für Brücken und Fließgewässer zuständig ist. Und das sind nur einige der vielen „himmlischen Spezialisten“, zu denen Katholiken früher gebetet haben.

Nepumuk Statue an einer Brücke. Quelle: Wikipedia

Wenn ich das Hindus aus Indien erzähle, führt das i.d.R. zu ungläubigem Staunen. Manche Leute behaupten ja, dass Hindus Polytheisten sind, weil sie zu vielen Göttern beten. Es gibt aber eine Art himmlicher Hierarchie – denn all diese Götter sind Devas – metaphyische Wesen, die für bestimmte Bereiche der Realität (wie z.B. Fließgewässer) zuständig sind, aber – je nach Unterströmung – Attribute / Aspekte / Modifikationen / Untergebene der höchsten Gottheit (Śrīman Nārāyaṇa) sind. Es gibt ein Deva für den Wind, ein Deva für das Feuer usw. Ganz so, wie die katholischen Heiligen für bestimmte Dinge zuständig sind!

Es mag Zufall sein, aber bei Nepumuk gibt es sogar eine Namensähnlichkeit zur Göttin der Flüsse und der Fruchtbarkeit, die er ersetzt hat: diese hieß Nerpus.

Die Muttergöttin

Wir Śrī Vaiṣṇavas verehren die göttliche Mutter Mahalakṣmī, die untrennbar mit dem Höchsten, Nārāyaṇa verbunden ist. Aus diesem Grund nennen wir ihn stets Śrīman Nārāyaṇa. Śrīman steht dabei für Mahalakṣmī. Sie ist die liebevolle Mittlerin (Mediatrix) zwischen ihm und den unzähligen bewussten Einheiten (Jīvāthmās, grob: Seelen).

Die Anhänger der drei abrahamitischen Religionen Judentum, Christentum und Islam rühmen sich ja bekanntlich damit, den Monotheismus etabliert zu haben. (Das ist natürlich vollkommener Unsinn, praktisch alle Hindus sind auch Monotheisten). Katholische Christen haben, wie bereits erwähnt, eine besondere Beziehung zu Heiligen. Unter ihnen wird die Gottesmutter Maria besonders geehrt, alleine in Deutschland gibt es 11 Wallfahrtsorte, an denen besondere Marienwunder geschehen sein sollen. In großen Kirchen gibt es oft besondere Marienaltäre, es gibt auch spezielle Marienkirchen, in denen der Fokus nahezu ausschließlich auf Maria gerichtet ist.

Marienaltar im Augsburger Dom

Nicht nur wir Hindus, auch die Lutheraner empfinden die Marienverehrung als kaschierte Verehrung der Muttergöttin. Weitere Evidenz, dass die Marienverehrung in der Tat die Verehrung der Muttergöttin ersetzt hat, lässt sich an der Rolle von Maria im Katholizismus finden. Hier die zweite Strophe des Ave Maria, dem wichtigsten Mariengebet, auf Latein – der Sprache, in der die alten Gebete ursprünglich verfasst wurden:

Sancta Maria, Mater Dei,
ora pro nobis peccatoribus
nunc et in hora mortis nostrae.

Interessant ist hierbei die zweite Zeile: ora pro nobis peccatoribus. „Ora“ (das Verb ist orare) heißt sprechen oder beten. „pro“ bedeutet für und „nobis peccatoribus“ bedeutet „uns Sünder“

Die Katholiken bitte also Maria, für sie zu sprechen / zu beten. Auch wenn Maria als Mediatrix natürlich in den theologischen Lehrbüchern nicht zu finden sein wird, legt „ora“ dem Gläubigen doch nahe, seinen Glauben in die göttliche Mutter als Mediatrix in Maria hinein zu projezieren.

Fazit

Wir haben somit vielen Parallenen zwischen „typisch katholischen“ Praktiken und Praktiken aus dem Hinduismus gesehen. Nimmt man lokale Traditionen und Gebräuche mit ins Bild, ließen sich wahrscheinlich noch dutzende weitere finden. Die Anzahl der Gemeinsamkeiten und die versteckte Gegenwart zweier sehr bedeutender Elemente des Hinduismus (Anrufung von Devas für bestimmte Aufgaben und Verehrung der göttlichen Mutter bzw Muttergöttin) im Katholizismus schließen aus meiner Sicht den Zufall als Grund für die Ähnlichkeiten aus.

Auch wenn der Grund dafür, dass diese Elemente noch sichtbar sind, sehr traurig ist (der geringe Erfolg der gewaltsamen Christianisierung), sind sie doch ein klarer Nachweis dafür, dass die Religion unserer Vorfahren in der vorchristlichen Zeit ein Verwandter der Religion ist, deren heutige Form als Hinduismus bekannt ist. Aus meiner Sicht hat der so erbrachte Nachweis auch deutlich mehr Gewicht als Ableitungen aus den Bemerkungen römischer und griechischer Historiker, da er nicht auf der Bebachtung Einzelner, sondern auf einer Analyse tausendfach ausgeübter religöser Praxis beruht.

Wenn wir aus dem Westen uns also dem Hinduismus, den wir Hindus Sanātana Dharma, die ewigen natürliche Ordnung nennen, zuwenden, so ist dies auch eine Zuwendung zu unseren eigenen Wurzeln. Die spirituelle Kultur Indiens ist, trotz diverser Veränderungen und Verwerfungen, Teil eine Kontinuums, das mindestens bis in die Bronzezeit zurück geht. Unsere Wurzeln in den Tiefen der Zeit sind vor 1100-1200 Jahren gewaltsam durchtrennt worden. Die Enge des mittelalterlichen Christentums und dessen Antithese, die Neuzeit mit all ihren Segungen und Irrungen, haben uns zusammen sehr weit von der Welt unserer Vorfahren entfernt. Auch wenn die Weisheit unserer Schamanen, Druiden und Seher wohl für immer verloren ist, hat doch die unendliche Güte des universalen Bewusstseins, das die Wurzel aller Realität ist (Śrīman Nārāyaṇas) eine weiterentwickelte und verfeinerte Form ihrer Weiheit auf dem indischen Subkontinent bewahrt.

Jeder muss natürlich für sich selbst entscheiden, ob er auf seiner Reise zu den eigenen Wurzeln Philosophie und Praktiken aus dem Hinduismus nur als Inspirationsquelle nutzen will oder – wie ich – durch Einweihung in ein bestimmte Lehrer-Schüler Tradition ein „richtiger“ Hindu wird. Auf jeden Fall sollte aber jeder, der hier lebt und nach Wurzeln und tiefer Weisheit sucht, beides, die vielfältigen Spuren der alten Religion unserer Vorfahren und ihren Cousin aus Indien, genau studieren – nur dann haben wir eine realistische Chance, auf dieser Suche erfolgreich sein.

Adiyēn Mādhava Rāmānuja Dāsan
Geschrieben von Mādhava, Diener Rāmānujas


Finding Sanātana Dharma in the West

The problem

Śrīḥ
Śrīmathē śatakōpāya namaḥ
Śrīmathē rāmānujāya namaḥ
Śrīmath varavaramunayē namaḥ
Śrī vānāchala mahāmunayē namaḥ

A problem so many Western converts to Sanātana Dharma (Hinduism) have is that outsiders like parents, relatives and colleagues – and in fact they themselves in dark hours of doubt – view their faith as very exotic for a person from the West.

On the surface, this is understandable. The whole expression of Sanātana Dharma as we find it today is deeply infused by the situation in India – by the plants, the weather, the geography – in every conceivable way. Here are two obvious examples:

  1. In the Bhagavad Gītā, Kṛṣna describes his glories with many comparisons. He says that amongst the months, he is Mārgaḻi (Tamiḻ) Māgaśīra (Sanskrit). This is mid-December to mid-January. For a person living in India, this makes perfect sense. This time has moderate temperatures and many celebrations – it’s the the most auspicious time of the year! A person from Northern Europe or Russia will not see this time as very attractive. It’s very dark, with 5-7 hours of daylight, nothing grows and the sky is usually grey and cloudy.
  2. Viṣṇu and his Avatars are blue as a rain cloud because rain has a very positive, graceful conotation in dry areas like India. Again, for a North European, this is not very intuitive – about half of the year is cold and wet for him anyway, no need for rain clouds!

So, for a person growing up outside of India, fully embracing Sanātana Dharma requires to a certain degree a reframing of the concepts he finds in Sanātana Dharma as lived in India – as he needs to make it fit to his environment.

In this respect, many seekers miss something very very helpful: They are not aware that Sanātana Dharma has already been in the West!

To see this, consider that Northern Germany, the area where the author lives, was christianized with the threat of violence and death around 1100 – 1200 years ago. The oldest settlements here are from the Neolithic period, so for some 10k years, the people living here were „pagans“. It is documented that Christianity initially failed to attract people. They went to church to avoid punishment but still worshiped their old gods in private. To make sure people don’t fully go back to their old pagan ways, many elements of the pagan religion were taken over into Christianity, while at the same time all traces of the „before“ were thoroughly erased.

Why is this important? Because that pagan religion was at least a cousin of Sanātana Dharma as we find it preserved in India today!

The elements imported into Christianity were rightly identified as pagan by the Lutherans. So, we don’t find them in the many branches of Lutheran Christianity, but we still find them in Catholicism – the „old“ variant of the Christian faith. So a simple equation would be

Catholicism – Lutheran Christianity = many elements we still find in Sanātana Dharma.

Distant echoes

A few months ago, the author went for a walk in an old Catholic village in the middle of Germany. Below are some impressions from wayside shrines that reminded him on this old heritage hidden in the Catholic faith.

St. Anthony – protector of travellers
Shrine of an archangel – for protection
Trees always accompany places of outside worship.
The Romans noted that the Germans often worshiped outside under trees.

More Detailed Comparisons

If we look at the minute details of Catholic practises, the link to practises in Sanātana Dharma is becoming ever more obvious:

Processions

In Catholicism, there is the old (and often dying) custom of processions. Usually, all four directions are covered during the year. As visible below, the sacramental bread is carried under a canopy during the procession. Note that in Catholic Christianity, the sacremental bread is considered to be the actual flesh of Christ, not just a symbol as in Lutheran theology. So, the priest is carrying Christ during the procession, accordings to Catholics!

Corpus Christi procession in Germany
Source: Wikipedia

We find a very similar practise in India. There, the movable deity from a temple, a proper form of Bhagavan, is carried under a canopy around the temple.

Procession at a South Indian temple

In India, horns are blown at the procession. In Europe, processions are usually accompanied by brass bands. Both in India and in many Catholic areas, there is the custom to create rich decorations with flowers, drawings and flags where the procession passes by.

Sacred water

Each Catholic church has a pot of „holy water“ close to the entrance. People entering the church are requested to make the gesture of a cross with that water for purification. During some services, the priest is additionally sprinkeling „holy water“ on the assembly for purification.

The sprinkling of water for purification is also well known in Sanātana Dharma. There, it is used to purify the utensils used during worship and to bath deities. This water is collected and consumed for purification.

Use of incents

Burning of Frankincense in a Catholic service in Germany. Source: Wikipedia
Burning incense at the Ganges. Source: Wikipedia

Both in Catholic services and in many rituals in Sanātana Dharma, incense is used.

Bells

It is well known that Christian churches have bells to call believers to the service. At the climax of a Catholic service – the „change“, where the sacred bread becomes the flesh of Christ – small bells are rung within the church as well as the main bells in the church tower

At the most important points of deity worship (Puja) in Sanātana Dharma, a bell is rung, too. When food is presented to the deities, some temples ring large, mounted bells.

Towers

The standard layout of a North European Catholic church is that the main entrance is in the West and the sanctum is the in East. While Indian temples do not generally share this orientation, churches and temples share another feature: The tower of a North European Catholic church is over the main entrance (churches in Italy and Spain sometimes have different layouts). Similarly, the Gopuram of an Indian temple is the highest temple tower and is the main entrance of the temple.

Divine specialists

The author’s grandmother was a devout Catholic. When she lost something, she prayed to St. Anthony in order to find it. When old farmers were seeking good weather for harvest, they prayed to St. John and Paul, saints who were said to be in charge of the weather. Old bridges in Chatholic regions are often accompanied by a figurine of St. Nepumuk, who is reponsible for briges. And there are many more saints who were prayed to for specific topics.

Figurine of St. Nepumuk at a (restored) old bridge in Germany.
Source: Wikipedia

Sounds familiar, right? Indeed, Catholic saints are the functional equivalent to Devas in Sanātana Dharma! In case of St. Nepumuk, even the name reminds on the name of the Godess of fertiliy and rivers he replaced: Nerpus – but maybe that’s just a coincidence.

The mother goddess

We Śrī Vaiṣṇavas worship divine mother Mahalakṣmī, who is inseparable from Nārāyaṇa (hence we always say Śrīman Nārāyaṇa, where Śrīman stands for Mahalakṣmī) and is the mediatrix between him and all conscious entities (Jīvāthmās, approx Souls).

Abhrahamists brag with having invented monotheism (which is complete garbage of course, nearly all people following Sanātana Dharma are monotheists!), but we already mentioned that Catholics have a great reverence for saints. Amongst them Mary, the mother of Christ, is revered and loved the most by many Catholics. There are many dedicated shrines and churches for Mary. Here is one such shrine / altar from south Germany:

Shrine / altar for Mary, Augsburg Dom, Germany. Source: Wikipedia

Not only to us but also to many Lutherans, this worship of Mary seems to be a twisted variant of the worship of the mother goddess. Further proof is found when we look at Mary’s role in Catholicsism. Here is the Latin version of the second verse of „Ave Maria“, the most important prayer to Mary. Note that Latin is the reference language in Catholicism.

Sancta Maria, Mater Dei,
ora pro nobis peccatoribus
nunc et in hora mortis nostrae.

The interesting part is the second part: ora pro nobis peccatoribus. „Ora“ (verb orare) means speak or pray, „pro“ means for, „nobis peccatoribus“ means us sinners.

So Mary is asked to speak, to pray to God for the Catholic! Even though this is of course never stated as theological doctrice (Catholicism in monotheistic, right?), the word „ora“ invites the believer to take his trust into the mother goddess as mediatrix and project it into Mary.

Summing up

We have seen that Catholicism has numerous customs we also find in Sanātana Dharma. As mentioned, the reason for this is rather gruesome: Because people did not take up Christianity, which was forcefully imposed on them, many elements from their old religion were imported into Christianity and yielded what is now known as Catholicism.

The similarities we outlined proof that the „pagan“ religions practised in Europe were indeed relatives of Sanātana Dharma, and in our view the proof has much more force than any information on the pre-Christian era that comes to us via Roman historians.

So, when we from the West take up Sanātana Dharma as preserved on the Indian subcontinent, we should never forget that we are reconnecting with our ancient roots by doing so. While Indian culture is part of a continuum that stretches back many millenia, our roots in the ancient past of our continent were forcefully cut-off by the Christianization 1100-1200 years ago. While the insight of our Druids, Shamans and Wisemen is lost forever, the infinite grace of Śrīman Nārāyaṇa has preserved a highly refined and developed form of what they likely knew as Sanātana Dharma in Bharat, in India.

Thus, while there are indeed many things in Sanātana Dharma as we find it today that are specifically „Indian“, this must not distract us from the fact that below the surface of difference lies the unity of a universal religion practised from Spain to Japan and from Norway to Africa – the enternal natural way, Sanātana Dharma.

So, for a person from, say, Germany, a look at the fragments that come to him from the pre-Christian era is worthwile. Sometimes, he may find something that helps to bridge the gap between the local situation and statements in the texts of Sanātana Dharma.

Example: We noted above that Kṛṣṇa compares himself with the Indian month from mid-December to mid-January. In the pre-Christian era, this time was probably a festval for the godess Holda, who reminds us on our divine mother Mahalakṣmī and – coincidence or not – whose celebration is paralleled by the celebrations of Āṇdāl, avatar of Bhūdevi, which is in turn an avatar Mahalakṣmī, in India. In Europe, people barely went outside at that time because of the Wild Hunt. As the outside world did not fully belong to them during this time, people were staying inside to pray and contemplate.

So, for a pre-Christian European, Kṛṣṇa’s comparison to mid-December to mid-January would actually make a lot of sense! This time is cold and unfriendly on the outside, but very happy and contemplative within the house. Maybe modern day’s Christmas has recycled a bit of this mood.

Adiēn Mādhava Rāmānuja Dāsan